Mineralienmuseum „Gottesehre“ in Urberg
Das Kleinod unserer Gemeinde ist das vom ehemaligen Obersteiger Johannes Gulich initiierte und im Jahre 2002 eröffnete Mineralienmuseum in Urberg.
Es sind hier beeindruckend schöne Mineralien und Mineralstufen aus dem Urberger Bergwerk „Grube Gottesehre“ zu bestaunen.
Insbesondere Sekundärmineralien sind in zum Teil hervorragenden Stücken ausgestellt: ca. 1 Zentimeter große Hemimorphite, schöne Mimesite, Annabergit bis zu 1cm Länge, auch Anglesite bis 1cm und flächenreicher Cerussit, Malachit, Azurit, Hämatit und Handstücke mit Pyromorphit.
In Silbererzfällen traten seltene Silberlocken, Arsen als Scherbenkobalt und bis Zentimeter große Proustite auf.
Von den Gangarten: Fluorit/Flussspat, Baryt/Schwerspat, Calcit/Kalkspat, Bleiglanz konnten sehr schöne Stücke geborgen werden: weiße, blaue, violette Fluoritwürfel, blättriger Baryt mit Limonit oder rosafarbenen Röschen, besondere Calcitkristalle in nadeligen Formen.
In zwei Vitrinen gibt es außerdem in zweijährigem Wechsel eine kleine Sonderausstellung von Leihgaben oder Schenkungen mit Mineralien aus dem Schwarzwald und aus aller Welt.
Das Mineralienmuseum ist geöffnet von Gründonnerstag bis zum Ende der Herbstferien:
jeweils sonntags und donnerstags von 14:00 Uhr – 16:00 Uhr.
Auch in den Weihnachtsferien ist das Museum an den gleichen Tagen zur angegebenen Uhrzeit geöffnet.
Sonderführungen für Gruppen – Schulklassen/Betriebsausflüge/Vereine/- sind auch außerhalb der genannten Zeit möglich. Anmeldungen erfolgen über die Gemeindeverwaltung. Tel.: +49 (0)7672 9905-11. Ein Besuch lohnt sich und ist immer beeindruckend.
In Verbindung mit einem Museumsbesuch bietet sich der als Rundweg konzipierte Bergbauwanderweg (ca. 8,3km) an, der vom Museum ausgehend über die Rüttewies nach Schmalenberg über Horbach zur Friedrich-August-Grube nach Wittenschwand führt. Unterwegs lädt der Klosterweiherhof in Horbach oder der Dachsbergerhof in Wittenschwand zu einer kleinen Rast ein. Den Abschluss der Wanderung könnte dann ein Besuch im Café Engel in der unmittelbaren Nähe des Museums bilden.
Das Museumsteam wünscht allen Besuchern und Besucherinnen ein „Herzliches Glückauf“ und Freude am Betrachten der Bergbauschätze.
Kleine Geschichte zur Grube Gottesehre
Die Grube Gottesehre wurde erstmalig im Jahre 1328 im Zusammenhang mit dem Abbau von Silber erwähnt. Die Benediktinermönche des Klosters St. Blasien entdeckten die Silberader vom Steinenbächletal in St. Blasien über Urberg bis hinab ins Albtal.
Zu dieser Zeit war Silber wertvoller alt Gold. Silber war im Bleiglanz gebunden. Um 2 – 10 Kilogramm Silber zu erhalten musste ca. eine Tonne Bleiglanz abgebaut werden.
1352 sollen der Benediktinerabtei St. Blasien 50 Bergwerke sowie 45 Poch- und Schmelzwerke gehört haben, die dem Kloster zu einem der wohlhabendsten im Schwarzwald.
Beim Einmarsch der französischen Truppen unter Napoleon verlor das Kloster seine Besitzansprüche über die Gruben. Die klösterlichen Besitztümer wurden säkularisiert, die Mönche flohen nach Österreich. Alle Bergwerke wurden dem Großherzogtum Baden zugesprochen. Bis zum Ende des 2. Weltkrieges war die Grube Gottesehre mit Unterbrechung immer wieder in Betrieb, da zum Schmelzen von Nickel Flussspat gebraucht wurde und Silber im Bleiglanz nach wie vor begehrt war.
Die neuzeitliche Bergbaugeschichte der Grube Gottesehre ist eng mit den „Fluss- und Schwerspatwerken Pforzheim/Bayer AG Leverkusen“ verbunden. Vom 1. Januar 1952 an betrieben sie den Abbau des Ruprechtsgangzuges in der Grube Gottesehre auf Fluss- und Schwerspat. In diesen Jahren wurden etwa 200.000 Tonnen Flussspat für die chemische Industrie abgebaut. Am 30. Juni 1987 wurde die Grube Gottesehre als letztes Flussspatbergwerk des Südschwarzwaldes geschlossen.
Mineralienmuseum „Gottesehre“, Vogelsang 14, 79875 Dachsberg
Kontakt zu Führungen mit dem ehemaligen Bergwerksmitarbeiter Klaus Hackmann unter 07672 815